13€ für einen reichen Fundus

2022,  hundert Jahre nach der Gründung des Demminer Heimatmuseums konnte die Hansestadt Demmin die verbliebenen Bestände dieses Museums vom Landkreis Mecklenburgische Seenplatte für den symbolischen Preis von 13 € übernehmen. Damit begann auch die Zusammenführung der an mehreren Orten gelagerten Bestände (rund 600 Kartons!) in Räume des ehemaligen Landratsamtes, erst dann war Einsicht in das Sammlungsgut möglich.

Der Arbeitskreis "Traditionelle Textilien" besucht den Fundus des ehemaligen Kreismuseums Demmin
Copyright: David Krüger

Schon lange hatten wir im Arbeitskreis einen Besuch im Fundus des ehemaligen Kreismuseums Demmin angedacht, aber die  Frage  „Habt Ihr einen Textilienbestand?“ konnte aber bisher nicht beantwortet werden, denn der Fundus war über Jahre hinweg an verschiedenen Orten unter unterschiedlichen Bedingungen ausgelagert.
Ob und wieviele Textilien es gibt, welcher Art diese sind, das konnte niemand sagen, doch  am 20. Oktober endlich  besuchten wir zu fünft den Fundus, durchforsteten die Schränke mit Textilien, sichteten den Bestand und wurden fündig. Wir sahen einen reichen Bestand an Heimtextilien (Bettdecken, Decken, Mangeltücher …) und einige alte Kleidungsstücke aus dem wohl 18. und 19. Jahrhundert.  

Grosser Bettüberwurf aus BaumwolleGroße, handgestrickte Bettüberwürfe aus Baumwolle, aus einzelnen Streifen zusammengesetzt, mit breiter Häkelborte eingefasst – das hatten wir noch nie gesehen. Verschiedene Musterstreifen, dazwischen einfache Rippenstreifen, aus dünner Baumwolle, mit kleiner Nadelstärke gearbeitet – was für eine Arbeit!
Zwei große Decken und eine kleinere fanden sich im Schrank, alle in einem guten Zustand, nur eine Häkelkante hat sich gelöst (oder wurde nie vollständig befestigt?)

Diese Decke studieren wir auf jeden Fall weiter!

Copyright: Katrin Amft 2025

Damenhaube, ca. 1820Eine äußerst delikate Ärmelmanschette aus Batist mit feinster Klöppelspitze, zwei weiße Baumwollstrümpfe, Batisthemdchen für Kinder, ein Pompadourbeutel aus feinem Samt, datiert auf das Jahr 1835, 

und dann ein Konvolut Damen-Hauben; unerwartet und auch so noch nie gesehen.

Die Hauben unterscheiden sich in vieler Hinsicht von den bisher bekannten Hauben aus Mecklenburg, gehörten vielleicht(?) Ackerbürgerinnen aus der vorpommerschen Stadt Alten-Treptow, wie Kerstin Kaßner-Kabelmann fachkundig feststellte, und stammen wohl aus der Zeit um 1820.

Die Oberseite bunt bestickt auf schwarzem Grund, mit einer Silberborte umrahmt, innen mit Baumwollstoff gefüttert, der Haubenstrich aus weißem Baumwollstoff mit leichter Spitzenkante – 

Eine der Kappen zeigen wir hier!

Copyright: Kerstin Kaßner-Kabelmann 2025

Das war aber nicht der letzte Besuch im Fundus des Kreismuseums Demmin, am 2. Dezember haben wir noch einmal einen Termin, um die gewebten Heimtextilien und die gestrickten Decken weiter zu untersuchen.
Wir danken David Krüger und Dr. Axel Wendelberger vom Demminer Heimatverein e.v. für die freundliche Unterstützung! 

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Nach oben scrollen